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	<title>Kommentare zu: Szenisches Verstehen II</title>
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		<title>Von: bundesligamanager</title>
		<link>http://triebundspiel.wordpress.com/2006/09/05/szenisches-verstehen-ii/#comment-9</link>
		<dc:creator>bundesligamanager</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Oct 2006 16:01:47 +0000</pubDate>
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		<description>So sorry, wegen der verzögerten Antwort, aber jetzt versuch ichs mal:
ad 1.) Ich begrenze den Begriff der Identifizierung nicht auf präödipale. Er gehört zwar seinem Auftreten und Wirken nach in die frühen Stadien der kindlichen Entwicklung, wirkt aber selbstverständlich auch auf ödipalem Niveau. (Wobei hier vielleicht   zu klären wäre, was ödipales Niveau ist. Vielleicht hast Du ja mal Lust auf eine Einführung.:)
Anbei: vor ein paar Jahren habe ich mir mal Gedanken gemacht zu einer Trennung zwischen Identifizierung und Identifikation. Leider kann ich dazu heute nichts mehr finden und kann den Gedanken heute auch nicht mehr als einen sinnvollen nachvollziehen. (Vielleicht fällt Dir ja was ein?)

ad 2) Es ist schwer darauf eine kurze und zufriedenstellende Antwort zu finden. Vielleicht meldet sich ja mal ein Philosoph aus Hannover oder Kiel und schreibt ein bisschen was zu Verstehen und Erklären. Hier mein erster Versuch:
Allgemein müsste zunächst der Unterschied zwischen beiden &quot;Kommunikationsformen&quot; herausgearbeitet werden. Eine Erklärung ist dabei der Versuch das Verhalten eines Objekts in sinnvollen (logischen) Schritten darzustellen. (Man denke an das berühmte: &quot;Haben Sie eine Erklärung dafür?&quot;) Lorenzer nennt das ganze &quot;nomologisch&quot; und führt es auf die naturwissenschaftliche Weise des Verstehens zurück.
Mit dem &quot;tiefenhermeneutischen&quot; Verstehen bzw. dem Szenischen Verstehen, überwindet der Psychoanalytische die Grenzen nomologischer Wissenschaft, aber nur um danach wieder zu ihnen zurückzukehren. Sinn der Psychoanalyse ist das rationale Verstehen des Irrationalen. Insofern, dass sieht m.E. auch Lorenzer so, ist die Psychoanalyse eine Naturwissenschaft, die die Methoden und Objekte der Naturwissenschaft jedoch überschreitet. (Hier wäre wahrscheinlich ein ellenlanger Exkurs über den Zusammenhang von Kapitalismus, Logik, Naturbeherschung und Unbewussten angebracht, den ich leider gerade nicht finden kann. Kicher, Kicher.)
Also ist das &quot;Hineinversetzen- in-den-Anderen&quot; keine klassische erklärende Methode, weil sie sich nicht auf Logik aufbaut. Durch Freud wird sie jedoch den Methoden der Aufklärung hinzugefügt. (Wobei das ein interessanter Aspekt einer kritisch-historischen Betrachtung der Psychoanalyse wäre.)
Was meinst Du dazu, lippmann?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>So sorry, wegen der verzögerten Antwort, aber jetzt versuch ichs mal:<br />
ad 1.) Ich begrenze den Begriff der Identifizierung nicht auf präödipale. Er gehört zwar seinem Auftreten und Wirken nach in die frühen Stadien der kindlichen Entwicklung, wirkt aber selbstverständlich auch auf ödipalem Niveau. (Wobei hier vielleicht   zu klären wäre, was ödipales Niveau ist. Vielleicht hast Du ja mal Lust auf eine Einführung.:)<br />
Anbei: vor ein paar Jahren habe ich mir mal Gedanken gemacht zu einer Trennung zwischen Identifizierung und Identifikation. Leider kann ich dazu heute nichts mehr finden und kann den Gedanken heute auch nicht mehr als einen sinnvollen nachvollziehen. (Vielleicht fällt Dir ja was ein?)</p>
<p>ad 2) Es ist schwer darauf eine kurze und zufriedenstellende Antwort zu finden. Vielleicht meldet sich ja mal ein Philosoph aus Hannover oder Kiel und schreibt ein bisschen was zu Verstehen und Erklären. Hier mein erster Versuch:<br />
Allgemein müsste zunächst der Unterschied zwischen beiden &#8222;Kommunikationsformen&#8220; herausgearbeitet werden. Eine Erklärung ist dabei der Versuch das Verhalten eines Objekts in sinnvollen (logischen) Schritten darzustellen. (Man denke an das berühmte: &#8222;Haben Sie eine Erklärung dafür?&#8220;) Lorenzer nennt das ganze &#8222;nomologisch&#8220; und führt es auf die naturwissenschaftliche Weise des Verstehens zurück.<br />
Mit dem &#8222;tiefenhermeneutischen&#8220; Verstehen bzw. dem Szenischen Verstehen, überwindet der Psychoanalytische die Grenzen nomologischer Wissenschaft, aber nur um danach wieder zu ihnen zurückzukehren. Sinn der Psychoanalyse ist das rationale Verstehen des Irrationalen. Insofern, dass sieht m.E. auch Lorenzer so, ist die Psychoanalyse eine Naturwissenschaft, die die Methoden und Objekte der Naturwissenschaft jedoch überschreitet. (Hier wäre wahrscheinlich ein ellenlanger Exkurs über den Zusammenhang von Kapitalismus, Logik, Naturbeherschung und Unbewussten angebracht, den ich leider gerade nicht finden kann. Kicher, Kicher.)<br />
Also ist das &#8222;Hineinversetzen- in-den-Anderen&#8220; keine klassische erklärende Methode, weil sie sich nicht auf Logik aufbaut. Durch Freud wird sie jedoch den Methoden der Aufklärung hinzugefügt. (Wobei das ein interessanter Aspekt einer kritisch-historischen Betrachtung der Psychoanalyse wäre.)<br />
Was meinst Du dazu, lippmann?</p>
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		<title>Von: lippmann</title>
		<link>http://triebundspiel.wordpress.com/2006/09/05/szenisches-verstehen-ii/#comment-8</link>
		<dc:creator>lippmann</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Sep 2006 11:09:10 +0000</pubDate>
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		<description>Bevor ich ausführlicher antworte, zunächst zwei Fragen:
1. Wieso begrenzt Du den Begriff der Identifizierung auf das Prädödipale? Oder begrenzt Du nur die Identifizierung im psychoanalytischen Setting auf einen präodipalen Modus?
2. Wieso bezeichnest Du „Hineinversetzen-in-den-Anderen“ als einen Schritt des Erklärens? Nach meinem bisherigen Verständnis, ist dies das Vorgehen des Verstehens, nämlich das erfassen von Sinn, während das Erklären versucht äußere Relationen zu erfassen - eben sinnlose Natur.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Bevor ich ausführlicher antworte, zunächst zwei Fragen:<br />
1. Wieso begrenzt Du den Begriff der Identifizierung auf das Prädödipale? Oder begrenzt Du nur die Identifizierung im psychoanalytischen Setting auf einen präodipalen Modus?<br />
2. Wieso bezeichnest Du „Hineinversetzen-in-den-Anderen“ als einen Schritt des Erklärens? Nach meinem bisherigen Verständnis, ist dies das Vorgehen des Verstehens, nämlich das erfassen von Sinn, während das Erklären versucht äußere Relationen zu erfassen &#8211; eben sinnlose Natur.</p>
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