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Das blog Trieb und Spiel …
… soll die Möglichkeit geben, über das Verhältnis von Psychoanalyse und Computerspielen, bzw. game studies, zu diskutieren. Während die Filmanalyse sich spätestens seit den Neunziger Jahren in der Psychoanalyse fest etabliert hat (zahlreiche Institute haben Filmgruppen, in der Psyche erscheint regelmäßig eine Filmrevue), werden Computerspiele eher stiefmütterlich behandelt. Computerspiele werden nicht als gleichwertiger Teilbereich der Kulturindustrie betrachtet, sondern eher abschätzig nach ihrer Wirkung befragt. Nicht das Computerspiel selbst ist von Interesse, sondern seine Auswirkung auf die Psychohygiene der Volksgesundheit. Während sich der psychoanalytisch Forschende bei der Filmanalyse auf das Erleben des jeweiligen Films einlässt, wird beim Computerspiel eine unpsychoanalytische Distanz gewahrt, so dass nicht nach der inneren Funktionsweise gefragt wird, sondern unmittelbar pädagogisch abschätzend nach der äußeren Funktion. Der psychoanalytische Prozess selbst verträgt jedoch kein äußeres Drittes. Kritisch liesse sich nachträglich die Funktion des Computerspiels für die Gesellschaft bestimmen. Doch eine solche Fragestellung geht über die Feststellung ob Computerspiele aggressiv machen oder nicht hinaus. Sie würde auf die Vermittlung von objektiver gesellschaftlicher Struktur und individuellen unbewussten Wünschen im Computerspiel abzielen und damit Computerspiele als Teil der Kultur, resp. Kulturindustrie, anerkennen.
Was fehlt ist eine dem Film adäquate Auseinandersetzung der Psychoanalyse mit dem Computerspiel. Es bedarf sowohl einer allgemeinen psychoanalytischen Theorie des Computerspiels, als auch der Anpassung psychoanalytischer Forschungsmethoden zur Untersuchung des besonderen Computerspiels. Ebenso harrt das kulturpessimistische Phantasma der Unkultur der Computerspiele der psychoanalytischen Deutung.
Willkommen ist auf diesem blog jeder, der rund um den Themenkreis Psychoanalyse und Computerspiele posten möchte. Erwünscht sind ausdrücklich auch Reflexionen zur kritischen Theorie der Kulturindustrie. Aber auch „nerdige“ Auseinandersetzungen über technische Details von Computerspielen sollen ihren Platz haben. Ich würde mich freuen, wenn Gamer Erfahrungsberichte über ihr Spielen posten würden.
Wer Lust hat zu posten, der melde sich bei http://wordpress.com/signup/
an und sende mir seine email-Adresse an:
lippmann[a]gmxpro dot net.
Viel Spaß,
Lars Lippmann
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