Der alltägliche Zauber einer digitalen Technik Februar 1, 2007
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Ein sehr anregendes Buch über die psychische Bedeutung des Umgangs mit Computern mit dem Titel „Der alltägliche Zauber einer digitalen Technik: Wirklicheitserfahrung im
Umgang mit dem Computer“ herausgegeben von Thomas Leithäuser, Elfriede Löchel, Brigitte Scherer und Erhard Tietel findet sich hier:
http://psydok.sulb.uni-saarland.de/volltexte/2006/864/pdf/Wirklichkeitserfahrung.pdf
Sehr lesenswert!
Szenisches Verstehen II September 5, 2006
Posted by church-lippmann in Lorenzer, Psychoanalyse, Szenisches Verstehen, Uncategorized.2 comments
Es folgt eine ausführliche Antwort auf „Szenisches Verstehen und Kulturanalyse“ von Bundesligamanager, der z.Z. leider technische Probleme hat.
Im Nachfolgenden beziehe ich mich auf Lippmanns erste Frage („Wie sich in einer Art Mikroanalyse, die einzelnen Teilschritte des szenischen Verstehens vollziehen. Erfolgt nach der szenischen Teilhabe eine Distanzierung, sozusagen eine Triangulierung des Verstehens, oder findet gerade keine Distanzierung statt, sondern erfolgt eine topische Progression des Verarbeitungsniveaus bei gleich bleibender Identifizierung“).
Der rote Faden, an dem sich Lorenzer in seiner Arbeit über die psychoanalytische Methode entlang hangelt, ist die Frage: „Wie überwindet der Psychoanalytiker die Grenze zum Unbewussten?“
Die Antwort darauf ist das »Szenische Verstehen«. „Basis und Voraussetzung für den Prozeß des »szenischen Verstehens«“ ist „ein Sich-Einlassen des Analytikers auf den Patienten“(Lorenzer, 209; ich habe andere Seitenzahlen als Lippmann in seiner Diplomarbeit; meine Ausgabe: Suhrkamp 1973). Mit diesem „Sich-Einlassen“ ist die Teilhabe an den unbewussten Inszenierungen des Patienten gemeint. D.h.: der Analytiker identifiziert sich mit einer bzw. den Objektrepräsentanzen des Patienten und „verkostet“ (d.i. verspeisen und schmecken und oral) auf diese Weise die Inszenierung des Patienten. Unter Identifizierung ist hier ein unbewusster Prozess gemeint.
Fundstück Juli 18, 2006
Posted by church-lippmann in Adoleszenz, Computerspiele, Psychoanalyse, Sexuelle.1 comment so far
„Saftig grün und dicht bewaldet, so müssen um 800 v.Chr. die Hügel ausgesehen haben, auf denen später Rom entstehen sollte. Wir fahren aber nicht durch Italien, sondern durch Neuengland in den USA, um in der Nähe von Boston Tilted Mill zu besuchen, die Entwickler von Caesar 4. Im unscheinbaren Bürogebäude der Firma angekommen empfangen uns folglich keine vestalischen Jungfrauen mit Köstlichkeiten und Wein, sondern >>nur<< der Designer Tony Leier. Der hat dafür frohe Kunde: >>Der Rechner ist schon aufgebaut, ihr könnt von mir aus sofort spielen.<< Und immerhin gibt’s Kaffee und Donuts. Die Verpflegung bleibt aber unberührt, denn in den nächsten Stunden errichten wir ein Weltreich und vergessen alles rundherum.“ Gamestar (08/2006, S.38)
Unabhängig davon was den Autor dieses Previews zu Caesar 4 nun als Individuum bewusst und unbewusst zu der Schilderung dieses Szenarios bewogen haben mag, kommen hier auf wunderschön szenische Weise einige Aspekte des Verhältnisses zwischen Computerspielen und Sexuellem zur Sprache.
Dennis R. Vollmer macht’s vor Juli 18, 2006
Posted by church-lippmann in 3D-Grafik, Computerspiele, Medientheorie, Psychoanalyse.add a comment
Unter http://www.playability.de/1/vollmer.html hat Dennis R. Vollmer einen sehr interessanten medientheoretischen Artikel über das Verhältnis von 3D-Hardware, -Software und User unter dem Titel „Does it have to be 3D?“ veröffentlicht. Überzeugend stellt er dar, wie durch 3D-Grafikkarten die Seh- und Begehrensweisen des Users präformiert und letztlich ontologisiert werden. Schließlich zeigt er die Genese dieser Bewegung in der Entstehung der Zentralperspektive der Renaissancemalerei auf. (mehr…)